DreiTimpenBrot

das Wappen der Goslarer Bäckergilde mit Brezel, Lebkuchen und DreiTimpenBrot

Tradition seit Jahrhunderten – auch in der Region Goslar

Bei dem DreiTimpenBrot handelt es sich um ein nordisches Backwerk mit einer über 600 Jahre alten Tradition. Bereits seit dem 14. Jahrhundert ist die Existenz dieses einzigartig geformten Gebäcks auf zahlreichen Abbildungen und Kunstwerken belegt. Heute noch ziert es das Wappen des Goslarer Bäckergildehauses in der Marktstraße 45. Zu sehen sind hier das eigentliche Wappen mit dem Goslarer Adler und einem Lebkuchen auf dessen Brust, darüber die Jahreszahl MCCCCCI (= 1501) und zu Füßen des Wappens Lebkuchen, DreiTimpenBrot und Brezel. Während Lebkuchen und Brezel heutzutage überall zu haben sind, suchte man das DreiTimpenBrot in den vergangenen Jahren vergebens. Wir haben diese Lücke nun geschlossen und den Dreiklang der Goslarer Bäckergilde wieder vervollständigt.

Drei Zipfel mit starker Symbolkraft

Das DreiTimpenBrot bedeutet übersetzt soviel wie DreiZipfelBrot (wobei "Timpen" niederdeutsch für "Zipfel" steht). Es handelt sich dabei um ein sogenanntes Gebildbrot, das ausschließlich von Hand geformt wird. Dessen Ursprung geht auf heidnische Traditionen des 14. Jahrhunderts zurück und wurde wohl für das gemeinsame Mahl im Rahmen von Fest- und Feiertagen gebacken. Die ursprüngliche Bedeutung der drei Timpen lässt sich anhand der verfügbaren historischen Quellen nicht mehr eindeutig klären. Die in der Zahl 3 und der gleichseitigen Form steckende Symbolik einer Dreiklang-Harmonie hat sich im Laufe der Jahrhunderte gewandelt und so lädt das Backwerk dazu ein, dessen Symbolkraft für Anlässe aller Art individuell zu interpretieren. Das Brot repräsentierte früher vermutlich die keltischen Elemente Erde, Wasser und Luft, symbolisierte aber später in der christlichen Kirche auch die Trinität von “Vater, Sohn und Heiliger Geist”. 

das DreiTimpenbrot - ein Brot mit drei Zipfeln

Heutzutage steht es uns frei, dem DreiTimpenBrot eine eigene Bedeutung zu geben – es könnte zum Beispiel Vater, Mutter und Kind oder drei Geschwister symbolisieren, den Dreiklang von Körper, Geist und Seele oder auch die Verbundenheit von Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Die drei Timpen könnten auch für den Tagesverlauf von morgens, mittags und abends stehen (schmecken garantiert immer!). Vielleicht wurde das Brot aber auch einfach nur gebacken, damit es endlich ein Brot mit drei leckeren knusprigen Knüsten gab. 

Traditionell in Form und Herstellung

Die Herstellung des DreiTimpenBrots in unserer Bäckerei orientiert sich in der Form an dem überlieferten Vorbild, wie es auch unter dem Wappen der Bäckergilde zu sehen ist. Im Teig steckt das Mehl von ausschließlich regionalem Bio-Dinkel, das Brot wird von Hand geformt und auf Stein gebacken – damit ist es gleichzeitig außen knusprig und innen saftig. Um das DreiTimpenBrot nicht nur von der Form her, sondern auch geschmacklich einzigartig zu machen, hat unser Bäckermeister Nils Müller eigens dafür einen Teig entwickelt, der sich in den geheim gehaltenen Gewürzen an traditionellen Harzer Zutaten orientiert.

Lebendige Geschichte

Wir engagieren uns für die Wiederbelebung des DreiTimpenBrots, weil damit zum einen die bio-regionale Wertschöpfung gefördert wird. Zum anderen unterstützen wir gern das Anliegen des Goslarer Museumsvereins, Einheimischen und Gästen der Region endlich wieder die Möglichkeit zu geben, alle traditionellen Backwaren des Goslarer Bäckergilde-Wappens nicht nur zu bestaunen sondern auch zu schmecken und damit ein Stück lebendige Geschichte zu schaffen.

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Das DreiTimpenBrot zum Hören Wiedergeburt eines historischen Backwerks

Im Podcast der Ökomodellregion Landkreis Goslar erzählen wir die Geschichte vom DreiTimpenbrot und wie es gelungen ist, das Goslarer Traditionsgebäck wiederzubeleben. Diese Geschichte ist ein schönes Beispiel dafür, was eine Ökomodellregion gemeinsam mit verschiedenen Kooperationspartnern in diesem Fall Museumsverein und Bäckerei bewirken kann. 

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